Ein neues Jaaa...hr!

Jahresendgedanken & Störmthaler See Impressionen


Ich habe vermutlich bereits fünf mal mit diesem Blogeintrag begonnen. Es scheint nicht zu flutschen, dieser Jahresabschluss und meine Reflexion in geschriebener Form.

Irgendwie scheint es aber genau dieses 2019 widerzuspiegeln: Es war ein "bitch & beauty" zur gleichen Zeit.

Und nun sitze ich hier am letzten Tag des Jahres mit meinem zweiten Kaffee vor mir und will gar nicht in eine Aufzählung erfolgreicher oder weniger erfolgreicher Stationen gehen, als vielmehr meine Gedanken teilen, die vielleicht zu einem friedlichen Abschluss dieses aufregenden Jahres führen. Zwischendurch gibt es noch etwas für die Augen und das Pausieren mit Bildern von unserem letzten Familienausflug zum Störmthaler See. Verweile ruhig, Pausen sind gut!


Pausen nehmen


Und das ist auch gleich mein erstes großes "Learning" aus diesem Jahr - Pausen sind essentiell. Nimmst Du sie Dir nicht, wird alles schwer, krampfig und Du am Ende krank. So ist es mir gegangen, Anfang des Jahres von meinem Knie niedergezwungen, war ich mehr als drei Monate schwer bewegungseingeschränkt. Mein absolutes Horrorszenario, auch der Aufenthalt im Krankenhaus. Eine aufgezwungene Pause, die wohl aber zur rechten Zeit kam. Wer mich näher kennt weiß, dass ich seit meiner Rückkehr ins Arbeitsleben, nach Geburt meines Sohnes, auf drei "Hochzeiten tanze". Das bedeutet, ich habe in den letzten vier Jahren drei verschiedene Arbeitsbereiche- und Konstellationen bedient und in ihnen versucht mein Bestes zu geben. Teilzeitfestanstellung mit Leitungsverantwortung, Minijob am Abend von zu Hause aus und selbständig als Fotografin an meinen freien Tagen und am Wochenende. Du meinst das geht gar nicht? Doch, das geht. Aber mit Abstrichen. Und auf Dauer dann auch mit steter Unzufriedenheit, weniger sozialen Kontakten, schlechtem Gewissen der Familie gegenüber und tausend anderen Gefühlen und körperlichen Beschwerden. Auch wenn ich mich in dieses Konstrukt, wie gesagt mit Abstrichen, ganz gut hineingefunden habe. Hatte ja vier Jahre Zeit dazu ;-)

Manchmal braucht es diese "Arschbackenzusammenkneifen" Zeiten aus ganz bestimmten Gründen - meine waren die finanzielle Absicherung der Familie, mein großer Wunsch, die Fotografie wachsen zu lassen, zu lernen und irgendwie meiner Kreativität in all dem Alltagsgedöns Raum zu geben.

Heute weiß ich, dass es ohne Pausen nicht geht. Ich plane sie mir inzwischen ganz gut ein, für nächstes Jahr noch besser - verspreche ich mir hier selbst! Ich mache Sport, verabrede mich mit Freunden mehr und nutze die Zeit mit meiner Familie einfach aufmerksamer, als noch vor ein paar Monaten. Die Gedanken, an die nächsten Aufgaben sind weniger geworden, seitdem ich mir selbige wochenweise plane und mir monatlich genau überlege, was meine nächsten Schritte sind. Dabei hilft mir mein Kalender "Ein guter Plan" und das online Planungstool "Trello" (keine Werbung).

Und: ab morgen habe ich eine "Hochzeit" weniger - Minijob adè! Mehr Raum für Schönes, Wachstum, Zeit zum Lesen...ach, mir fällt da jede Menge ein, aber: wie gesagt, denke an Deine Pausen!



Einfach machen


...klebte als kleiner Aufkleber auf meinem 2019er Kalender und war mein Motto für dieses Jahr. Genauso bin ich es auch angegangen. Auch hier wieder: wer mich schon länger kennt fragt immer mal nach: "Fotografierst Du eigentlich noch Hochzeiten?" - jein. Ich habe mich in diesem Jahr entschlossen, meinem inneren Drang und meinem Interesse für die Food Fotografie mehr zu folgen und diesen Pfad auszubauen. Und so habe ich dieses Jahr "einfach gemacht" und bin ganz stolz, dass es die ersten Aufträge gab und ich in meinem zweiten Jahr in diesem Genre tatsächlich ersten Kunden ansprechende Food Fotos und Geschichten liefern durfte. Tatsächlich fühle ich mich in der Food & Travel Fotografie so zu Hause und so bei mir, wie bisher in keinem anderen Bereich.

Gleichzeitig schlägt mein Herz auch weiterhin für die feinen natürlichen Portraitreportagen, die Hochzeiten, die besonders und ohne viel Tamtam gefeiert und fotografisch gewürdigt werden. Und so gab es auch in diesem Jahr einige Aufträge in diesem Feld. Ganz besonders berührt hat mich eine Hochzeit, die ich auf einer Palliativstation begleiten durfte.

Und so gilt auch hier, einfach machen. Auch die Entscheidung, den einen Bereich zu vernachlässigen, um den anderen aufzubauen. Den Fokus zu setzen und die Angst zu überwinden, sich damit von vermeintlichen Chancen, dem finanziellen Fluss oder Aufträgen abzuschneiden.

Neues kommt und ein langer Atem gehört auf jeden Fall dazu.


Love rules


2019 war auch das Jahr in dem es ganz schön "gemenschelt" hat. Das ist der Ausdruck, den gern eine ehemalige Kollegin von mir nutzte, wenn es zwischenmenschlich, nun ja, sagen wir mal, angespannt war. Ob in der Familie, auf Arbeit oder im Freundeskreis, es war durchwachsen. Enttäuschungen, Anspannungen, Veränderungen. Keine einfachen Themen.

Manches hat mich sprachlos gemacht. Dabei habe ich für mich festgestellt, dass das auch sein darf. Und wenn die Sprache nicht kommt, ich sie auch nicht auf Krampf rausholen muss. Also bin ich oft stiller gewesen als sonst, habe abgewartet. Mein "Learning" daraus: mit etwas Luft und Abstand verliert das Thema seine Größe, schwindet der Schmerz, lässt das Ego nach. Und dann kommen entweder wieder Worte und es geht weiter, oder eben nicht und es geht auch weiter.

Warum dann diese doch etwas platte Überschrift "love rules"? Weil ich keine andere Antwort darauf habe.


Reisen ist mein "Gemüse"


Danke Heinz Strunk, für diese Vorlage - sie wird sicher viel genutzt. Wenngleich ich meinen Blogpost über Singapur immer noch nicht fertig gestellt habe, so ist diese Reise für mich ein definitives Highlight in diesem Jahr und gleichzeitig auch ein Testballon gewesen. Ich folgte im Oktober einer Einladung von Freunden und flog allein für zehn Tage in diese unglaubliche Stadt. Die Familie ließ ich sicher und gut versorgt zu Hause - aber ach, der Schritt fiel mir nicht leicht. Meine Neugier und mein Fernweh siegten und was soll ich sagen: es war eine grandiose Aufladung meiner Batterien. Meine Kamera und ich waren eins, ich lief und lief und lief. Ich genoss die Zeit mit meiner Freundin, die Orte, die sie mir zeigte, die Hitze, die Architektur, das Essen.

Im nächsten Jahr wird es eine große Reise geben. Nicht allein, sondern mit meiner Familie. Wir erfüllen uns einen gemeinsamen Traum und reisen auf dem Landweg von Leipzig nach Portugal und wieder zurück. Ganze zwei Monate werden wir uns dafür nehmen und diesen lang gehegten und dann auch lang angesparten Traum umsetzen.

Learning: Träume umsetzen braucht ganz praktische Planung, mit Familie dann noch einmal mehr. Aber es zahlt sich aus, denn hätte, wäre, könnte nützen Dir nichts. Das Leben ist endlich.


So, bis hierher. Ich glaube, das reicht für heute. Ich freue mich auf dieses 2020. Schon allein die Zahl kommt schön daher!

Und ich sage Danke!

Für den Minijob, der uns einige Jahre als Familie echt geholfen hat, meine Freunde, die ohne viel Tamtam, einfach immer zur Stelle sind - in schwierigen, sowie in leichten Zeiten - ihr seid einfach die Besten!

Für meine Familie, meinen Mann und meinen Sohn - ohne Euch ist alles Nichts!

Danke an alle Auftraggeber, für meine tollen neuen Leipzig Verbindungen und die bereichernden Netzwerktreffen mit Euch!


Ich wünsche Dir, der Du bis hierher gelesen hast einen wundervollen Start in dieses neue Jahrzehnt. Viele gute "Jaaa's", Liebe, Gesundheit und Freiheit im Geist!


Falls Du magst, schreib' mir doch, was Dich bewegt, was Du Dir wünschst für 2020 - ich lese und antworte gern! Hier kommst Du direkt zu mir per Mail!


Tschüß 2019, Hallo 2020!


Deine Antje


kleiner Tipp: die Fotos vom Essen und Kaffee sind im "Café im Pfarrhaus" in Störmthal entstanden. In diesem kleinen Café ging es für mich irgendwie mit der Food & Restaurantfotografie los. An einem kalten stürmischen Sonntag Nachmittag, vor ein paar Jahren.



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